logo
header
header
Ausflug-2021-037

Aus der Sicht eines Pilatusgeists: Mein PGL-Ausflug 28.08.2021

Gaudi Ineichen, 28.08.2021

Sanfte Klänge holen mich an diesem Samstagmorgen um 06.30 Uhr aus dem Land der Träume. Sofort bin ich hellwach, denn auf den heutigen Tag freue ich mich seit Wochen wie ein 1. Klässler auf seine erste Schulreise – PGL Ausflug 2021 MIT Instrumenten.

Statt Tiki, Cervelats und Sackmesser kommen Bass, ein Jäcken und drei Riopan mit. Auf geht’s.

08.00 Treffpunkt im Wilden Mann. Vor einem Jahr trafen wir uns zum Ausflug 2020 – seither sahen wir uns nicht mehr und das letzte Mal haben wir 2020 am Güdisdienstag zusammen musiziert. Verständlich, dass die Begrüssungsszenarien entsprechend ausfallen und die Freude über unser Wiedersehen unbeschreiblich gross ist.

Nach einem ersten Erfrischungsgetränk brechen wir auf. Der VBL-Car wartet, die Instrumente werden verladen und los geht die Reise. Wie üblich wird eifrig gerätselt, wohin es wohl gehen mag. Rigi, Wirzweli, Stanserhorn, Engelberg, Lungern-Schönbühl oder gar doch Mount Pilatus?

08:45 wir sind wir bei meiner Lieblingswirtin und PGL-Goldschatz Andrea im Adler Hergiswil angekommen. Der Begrüssungstrank aus den Waadtländer Rebbergen oder das Bier aus der Rathaus Brauerei lindert die ersten Anzeichen von chronischen Halsschmerzen oder Unterhopfung.

Um 09:00 Uhr eröffnet Präsident Beat Thalmann die 60. Generalversammlung, um 09:26 schliesst er sie - Rekord. Es gibt wenig zu berichten aus unserem Jubiläumsjahr. Vorstand und Bastelgruppe haben eifrig gearbeitet, neben den vier Anwärtern Thomas, Raphael, Rolf und Silvan freut es mich besonders, dass auch Alceo Benedetti und Mäsi Albisser wieder mit dabei sind – grandios! Ansonsten wurde alles abgesagt. Kein einfaches und in vielen Bereichen ein sehr forderndes Jahr. Dem Vorstand gebührt für das umsichtige und keineswegs triviale Krisenmanagement ein rüüdiges DANKE VIELMALS.

Wenden wir uns wieder dem Schönen und Lustigen zu. Es folgen sehr offene und herzliche Worte von Rolf unserem "Döktu" – DANKE Rolf.

Am nachfolgenden Apéro kommt nun etwas Nervosität auf – ich schaue oft zu unserem Tambourmajor Andi Felber – wann pfeift er endlich – um 10.10 ist es dann soweit mit Happy PGL machen wir seit über 18 Monaten wieder zusammen Musik. Das Gefühl ist unbeschreiblich –es heitert auf, reisst mit und berührt Herz und Geist – ein wunderbarer Moment.

10:35 die Reise geht weiter – spätestens seit wir Richtung Alpnachstad eingespurt haben ist klar – es geht auf unseren namensgebenden Berg Pilatus. Zwei Extrafahrten transportieren uns auf Pilatus Kulm. Eine eindrückliche Fahrt mit der steilsten Zahnradbahn der Welt mit toller Aussicht über die Innerschweiz. Oben angekommen folgt ein Platzkonzert auf 2132 m ü. M. Anfänglich noch alleine, scharen sich immer mehr Menschen um uns und geniessen Stücke wie "Gorbi", "Alls was bruchsch", "Swisspotpurri" und einige mehr. Es tönt so, als wären wir erst gestern auseinandergegangen. "Freude herrscht" würde ein Altbundesrat hierzu sagen.

Deliziöser Wein begleitet unser Mittagsessen im altehrwürdigen Victoria-Saal des Hotel Pilatus Kulm. Ein grüner Salat, gefolgt von einem Luzerner Chügelipastetli mit Cherrytomaten und Reis als Hauptgang, zum Dessert ein Caramelköpfli. Und dann kommt er angerollt, mein "wagon préféré" – der Schnapswagen – zum Kaffee ein Vieille Prune und noch ein Tagessüppchen (Bezeichnung der Zunft zu Safran für ein mit Wachholder gebranntes Wasser, angereichert mit chininhaltigem Soda genannt Gin-Tonic), runden das lukullische Mahl ab.

14:00 wir spielen erneut und die Zuhörerschar ist um einiges gewachsen. Es wird gefilmt und fotografiert was die Handys speichern mögen. Insbesondere wir Bassisten (die grossen Mannen mit den schweren Instrumenten - und ja nicht umgekehrt!!) sind begehrte Fotosujets.

Um 14:30 geht es mit der Seilbahn den Berg hinab in die Stadt Kriens. Zu Fusse der Gallus Kirche stellen wir uns in Marschformation auf und ziehen spielend auf den Stadtplatz. Das Platzkonzert dauert gute 30 Minuten und auch hier strömen die Menschen herbei. Es wird geschunkelt, getanzt und geklatscht – Emotionen, die ich so schon lange nicht mehr beobachten durfte.

Die Zeit schreitet voran, bald schon heisst es Abschied nehmen. Mit dem Car fahren wir zurück nach Luzern und stellen uns für den Einzug in die Altstadt auf. Durch das Münzgässli und einem Kurzauftritt am dortigen Oktoberfest, ziehen wir über die Reussbrücke auf die Flaniermeile entlang der Reuss. Der Aufmarsch an Leuten ist bemerkenswert. Viele bekannte und vertraute Gesichter winken uns zu. Mit dem legendären Holzknecht marschieren wir durch die Menschenmenge in Richtung Rathausbrauerei und entzücken all die treuen PGL-Fans mit unserem einzigartigen und unverkennbaren Sound.

Ein paar Biere später noch das ur- oder allerletzte Konzert unter der Egg, danach ist auch für mich zu später Stunde Feierabend. Ich durfte einen wunderbaren und tollen Tag mit meinen Kameraden der Pilatusgeister – oder eben den "Rolling Stones unter den Guggenmusiken" erleben und höre glücklich und beseelt ob all der mannigfaltigen Eindrücke dem Rauschen meines Kissens zu.

Gaudenz "Gaudi" Ineichen, Bassist